Was ist eine elektrische Zahnbürste?

Eine elektrische Zahnbürste ist ein Gerät zum Zähneputzen. Es besteht aus zwei Teilen, dem Griff mit integrierter Stromquelle und dem aufsteckbaren Bürstenkopf. Die meisten Modelle werden mit einem wiederaufladbaren Akkumulator betrieben, der auf einer Ladestation aufgeladen wird. Die Ladestation ist über ein Netzteil mit der Steckdose verbunden. Bei anderen Modellen wird auf den klassischen Batterieantrieb gesetzt.

Wie funktioniert eine elektrische Zahnbürste?

Da elektrische Zahnbürsten hauptsächlich im Badezimmer angewendet werden, müssen bestimmte Sicherheitsbestimmungen im Aufbau der Bürste eingehalten werden. Deshalb werden die Akkus mit einer kontaktlosen induktiven Ladetechnik geladen. Das bedeutet, der Ladestrom fließt erst, wenn die Bürste auf das Ladegerät gesteckt wird. Beim Anschalten beginnt die Bürste am Ende des Bürstenkopfes zu rotieren oder erzeugt Schwingungen durch Ultraschall.

Welche Arten elektrischer Zahnbürsten gibt es?

Bevor Sie eine elektrische Zahnbürste kaufen, lohnt es sich einen Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten zu werfen.
Es gibt drei Arten elektrischer Zahnbürsten. Die Rotationszahnbürste, die allgemein gemeint wird, wenn von einer elektrischen Zahnbürste die Rede ist, Schallzahnbürsten und elektrische Zahnbürsten mit Ultraschall.

Rotationszahnbürste

Auf Knopfdruck oder durch Betätigen eines Schiebereglers rotiert ein kleiner runder Bürstenkopf schnell nach rechts und links. Diese in der Fachsprache Oszillieren genannte Bewegung wird pro Minute bis zu 5000 mal ausgeführt. Die Reinigung erfolgt mechanisch durch Reibung der Borsten auf dem Zahn. Jeder Zahn wird einzeln gereinigt, indem die Bürste mit leichtem Druck auf den zu putzenden Zahn gehalten wird. Die Zahnzwischenräume werden so nicht erreicht und müssen mit Interdentalbürsten oder Zahnseide gereinigt werden. Einige der rotierenden Modelle pulsieren auch. Das heißt, sie klopfen sanft auf den Zahn, um Plaque zu lösen. Die Bürstenköpfe der Rotationszahnbürsten sind klein und rund. Dadurch können auch die Backenzähne im hinteren, schwer zugänglichen Bereich des Mundes gründlich geputzt werden. Unterschiede bestehen in der Länge und Anordnung der Borsten, sowie deren Härtegrad. Einsteigermodelle gibt es schon im unteren Preissegment. Etwas tiefer in die Tasche greifen muss man bei Modellen mit Extras. Sie können über mehrere Geschwindigkeitsstufen, verschiedene Programme und Andruckkontrolle verfügen.

Schallzahnbürste

Bei Schallzahnbürsten schwingt der Kopf mit einer Frequenz von 250 bis 300 Hertz hin und her und erzeugt Vibrationen. Sie besitzen einen länglichen Bürstenkopf, wodurch mehrere Zähne auf einmal gereinigt werden können. Auch hier weisen die Bürstenköpfe Unterschiede in der Beschaffenheit und Anordnung der Borsten auf. Die Zähne werden nicht durch Schall, wie der Name vermuten lässt, sondern durch die schnelle Bewegung des Bürstenkopfes gereinigt. Auch bei diesen Modellen erfolgt die Reinigung mechanisch und die Zahnzwischenräume müssen extra, zum Beispiel mit Zahnseide, gereinigt werden. Regelmäßig vergleicht die Stiftung Warentest elektrische Zahnbürsten. Im Testbericht 01/2019 war eine elektrische Zahnbürste Testsieger, die zu den Schallzahnbürsten gehört.

Ultraschallzahnbürste

Elektrische Zahnbürsten mit Ultraschall arbeiten mit Schwingungsfrequenzen von mehr als 300 Hertz. Mit einer speziell für Ultraschallzahnbürsten geeigneten Zahnpasta werden Schaumblasen im Mund erzeugt und durch mit Ultraschall erzeugten Schwingungen im Mund zum Platzen gebracht. Durch das Zerplatzen wird Plaque entfernt und die Zähne werden gereinigt. Die Reinigung erfolgt nicht mechanisch. Deshalb sind elektrische Zahnbürsten mit Ultraschall besonders für Menschen mit empfindlichen Zähnen und empfindlichem Zahnfleisch geeignet. Selbst Träger von festen Zahnspangen putzen mit Ultraschallzahnbürsten ohne Probleme. Um ein optimales Putzergebnis zu erzielen, müssen Ultraschallzahnbürsten einige Sekunden lang einzeln an jeden Zahn gehalten werden. Der Vorteil dieser Modelle ist die Reinigung auch an schwer zugänglichen Zähnen und in Zahnzwischenräumen, die die Bildung von Zahnstein verhindert. Auch bereits gebildeter Zahnstein kann mit Ultraschall reduziert werden. Ultraschallzahnbürsten wirken bis ins Zahnfleisch. Die Auswahl an echten Ultraschallzahnbürsten ist nicht sehr groß. Ein Hersteller dieser Bürsten ist emmi-dent.

Für wen sind elektrische Zahnbürsten geeignet?

Elektrische Zahnbürsten sind durch die rotierenden Bewegungen des Bürstenkopfes für Putzfaule geeignet, Die Bürste muss nicht mehr von Hand bewegt werden, da die Bürste diese Arbeit verrichtet. Allerdings soll jeder Zahn einzeln geputzt werden, was große Sorgfalt voraussetzt. Menschen, die Probleme mit der Koordination ihrer Handbewegungen haben, empfinden elektrische Zahnbürsten als große Erleichterung. Für Kinder, welche die richtige Putztechnik mit einer Handzahnbürste nicht richtig beherrschen, ist sie aufgrund ihrer leichteren Handhabung zu empfehlen. Auch bei Erkrankungen wie Arthritis kann eine elektrische Zahnbürste eine Hilfe sein. Im elektrische Zahnbürste Test erzielten diese Bürsten im Vergleich zu Handzahnbürsten bei sorgfältiger Anwendung bessere Putzergebnisse.

Anwendung der Zahnbürste

Auf den angefeuchteten Bürstenkopf der Zahnbürste wird etwas Zahncreme aufgetragen. Dann muss Zahn für Zahn geputzt werden. Der Bürstenkopf wird auf den Zahn aufgesetzt und langsam am Zahnfleischrand entlang und möglichst weit in den Zahnzwischenraum geführt. Nach dem Putzen wird der Bürstenkopf abgenommen, unter fließendem Wasser gereinigt und zum Trocknen hingestellt. Um eine gründliche Zahnreinigung zu gewährleisten, müssen die Bürstenköpfe alle drei Monate ausgetauscht werden.

Ist eine elektrische Zahnbürste für Kinder geeignet?

Grundsätzlich ist eine elektrische Zahnbürste für Kinder geeignet. Allerdings sollte ein speziell für Kinder entwickeltes Modell gewählt werden. Die Borsten müssen möglichst weich sein. Elektrische Kinderzahnbürsten haben einen Griff, der an die Größe der Kinderhände angepasst ist. Zusätzlich sollte der Griff gummiert sein, damit er auch von nassen Kinderhänden gut festgehalten werden kann. Der Bürstenkopf muss kindgerecht sein. Ein kleiner Bürstenkopf erreicht auch die hinteren Backenzähne. Trotz aller Vorteile, die eine elektrische Zahnbürste für Kinder hat, muss auch hier das Putzergebnis von den Eltern kontrolliert werden. Um den Kleinen den Spaß am Zähneputzen zu erhalten, können manche Bürsten individuell mit Stickern beklebt werden. Einige Kinderzahnbürsten sind mit einem Timer ausgestattet, der durch Signaltöne oder einer Melodie an die korrekte Putzzeit erinnert. Wenn das Kind die Zahnbürste selber aussuchen darf, wird die Begeisterung fürs Zähneputzen länger anhalten.

Vorteile einer elektrischen Zahnbürste

  • einfache Handhabung
  • kleiner runder Bürstenkopf, der schwer zugängliche Bereiche im Mund erreicht
  • entfernt Plaque effektiver als eine Handzahnbürste
  • viele Funktionen bei hochwertigen Bürsten, wie Massage, Andruckkontrolle, mehrere Putzmodi oder Timer
  • für Kinder geeignete Modelle erhältlich
  • Erleichterung für Menschen mit Erkrankungen wie Arthritis
  • Bürstenkopf ist austauschbar
  • günstige Einsteigermodelle erhältlich

Nachteile elektrischer Zahnbürsten

  • hohe Anschaffungskosten für hochwertige Geräte
  • Folgekosten für Bürstenaufsätze
  • nachgekaufter Bürstenkopf muss mit dem Griff kompatibel sein
  • bei einigen Modellen geringe Akkulaufzeit
  • teilweise unangenehme Lautstärke

Stiftung Warentest – Elektrische Zahnbürsten Test

Regelmäßig seit 2013 nimmt die Stiftung Warentest elektrische Zahnbürsten unter die Lupe und vergleicht sie nach verschiedenen Kriterien. Haltbarkeit, Reinigungsleistung und Handhabung werden dabei genauer untersucht. Im Test 2019 verglich Stiftung Warentest 13 Zahnbürsten, um die beste elektrische Zahnbürste zu küren. Drei erhielten die Note besonders gut. Drei weitere schnitten mit besonders schlecht ab. Eine Bürste fiel sogar durch den Test durch. Die beste elektrische Zahnbürste im Test 01/2019 mit der Gesamtnote 1,8 ist die Philips Sonicare 9300 Diamond Clean Smart. Dabei handelt es sich um eine Schallzahnbürste, die sich sogar per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden lässt. Für ihre Reinigungsleistung erhielt der elektrische Zahnbürste Testsieger sogar die Note 1,5. Mit circa 200 Euro ist sie ein recht teures Modell. Im Test haben Reinigungsleistung, Bedienung und Haltbarkeit unterschiedliche Gewichtungen, wobei die Reinigungsleistung mit 60 % am höchsten gewichtet wird. Den zweiten Platz im elektrische Zahnbürste Test belegt mit der Gesamtnote gut ein günstiges Modell. Die Oral-B Pro 900 Sensi Ultra Thin schnitt mit 1,9 ab und ist eine Rotationszahnbürste. Sieger im elektrische Zahnbürste Test 2017 wurde die Oral-B Genius 9000 von Braun mit einer Gesamtnote von 1,8. Für Ultraschallzahnbürsten gibt es noch keinen Vergleich der Stiftung Warentest.

Akku oder Batterie, was ist besser?

Elektrische Zahnbürsten mit Akku werden über eine Ladestation aufgeladen. Oft zeigt ein Lämpchen an, wann die Bürste wieder aufgeladen werden muss. Es fallen geringe Kosten für den Stromverbrauch an. Die Bürste ist abhängig vom Stromnetz. Zahnbürsten mit Batteriebetrieb können auf Reisen vorteilhaft sein. Sie können überall, unabhängig vom Vorhandensein einer Steckdose verwendet werden. Eine Ladestation braucht nicht mitgenommen zu werden. Allerdings muss immer an Ersatzbatterien
gedacht werden. Deren Anschaffung kann über die Jahre recht teuer werden. Die Laufzeit der verschiedenen Batterietypen ist unterschiedlich. Lithium Batterien halten am längsten. Der regelmäßige Austausch der Batterien hat Einfluss auf die Ökobilanz. Elektrische Zahnbürsten, deren Akku mehrere Jahre hält, stehen hier besser da.

Hersteller von Elektrischen Zahnbürsten

  • Marktführer ist die Firma Braun, die schon seit 1963 im Bereich elektrische Zahnbürsten aktiv ist. Braun fokussiert sich auf klassische Rotationszahnbürsten. Aber auch einige Schallzahnbürsten von Braun sind erhältlich.
  • Philips ist mit verschiedenen Modellen der Serie Sonicare gut auf dem Markt vertreten.
  • Die EMAG AG vertreibt elektrische Zahnbürsten der Marke emmi-dent proffessional und hat auch echte Ultraschallzahnbürsten auf den Markt gebracht.
  • Grundig, Sanitas, Waterpik und Trista sind einige weitere bekannte Firmen, die in einem elektrische Zahnbürste Test gut abgeschnitten haben.

Fazit

Für alle Zahnbürsten gilt, Zähne von innen und außen reinigen. Dabei Zahn für Zahn systematisch vorgehen, um alle Zähne zu erreichen. Einige billige Modelle können oft nur mit teuren Bürstenköpfen versehen werden. Der niedrige Anschaffungspreis rechnet sich mit der Zeit oftmals nicht. Lieber eine hochwertige langlebige elektrische Zahnbürste kaufen, bei der Ersatzbürsten leicht erhältlich sind. Zusätzliche Funktionen wie Timer oder Druckkontrolle sind nicht zwingend notwendig, helfen dem Nutzer aber seine Putztechnik zu überprüfen. Elektrische Zahnbürsten mit Akku schneiden hinsichtlich der Ökobilanz besser ab.